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außergewöhnliche Einsätze  Jetzt neu! Werfen Sie einen Blick auf unsere außergewöhnlichen Einsätze seit dem Jahr 2000.
Einsatz 062: Großbrand Industriegebiet
Datum:01.04.2018
Uhrzeit:16:03 Uhr
Bericht:

Weitere Informationen, Fotos und Videos sind auf unserer Facebook-Seite zu finden, wo wir während des Einsatzes permanent berichteten.
https://www.facebook.com/FeuerwehrStockstadt

1. Presseinformation der Kreisbrandinspektion

Bei einem Großbrand in Stockstadt am Main waren bzw. sind aktuell noch 450 Einsatzkräfte der Hilfskräfte, teilweise seit ca. 16:00 Uhr, im Einsatz. In einem Kunststoffverarbeitenden Betrieb ist aus unbekannten Gründen ein Feuer ausgebrochen. Diesem fielen letztendlich ca. 3.000 qm Fläche eines ca. 12.000 qm großen Komplexes, aus mehreren Hallen, zum Opfer.

Es wurden mehre Einsatzabschnitte gebildet um das Feuer in den Griff zu bekommen. Dies gestaltete sich teilweise sehr schwer, da direkt über dem Brandobjekt zwei Hochspannungsleitungen verliefen. Mindestens zwei Leitungen stürzten während den Löschversuchen noch stromführend zu Boden. Somit sorgten diese für zusätzliche Behinderungen an der Einsatzstelle. Aktuell ist das Feuer in Gewalt und es laufen Nachlöscharbeiten im großen Umfang. Hierzu wurden große Mengen an Schaummitteln aus dem Landkreis und auch aus benachbarten Landkreisen an die Einsatzstelle geliefert. Bei dem Einsatz wurde ein Feuerwehrmann durch einen Sturz leicht verletzt. Erschwerend kommt hinzu, dass teilweise Decken eingestürzt und einzelne Räumlichkeiten nicht begehbar sind.

Durch die Feuerwehr wurden mittlerweile Messungen in der näheren Umgebung der Einsatzstelle durchgeführt. Hierbei konnten mit den Messgeräten der Feuerwehr keinerlei besondere Werte festgestellt werden.

Bedingt durch den Abriss der Stromleitungen kommt es aktuell noch zu Stromausfällen im Bereich der Stadt Alzenau sowie in Kahl am Main. Hierüber, wie auch über den Brand, wurde durch das System KATWARN die Bevölkerung informiert.

Im Einsatz befinden sich Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis Aschaffenburg und der Stadt Aschaffenburg. Sonderlöschmittel und auch weitere Einsatzkräfte sind aus den Kreisen Miltenberg, Darmstadt-Dieburg, Main-Kinzig bereits vor Ort bzw. im Anmarsch. Zur Absicherung vor Ort stehen zwei Rettungswagen und ein Notarzt bereit.

Die Verpflegung der Einsatzkräfte findet im Gerätehaus Stockstadt statt, dort wurde durch den Verpflegungszug des Landkreises Aschaffenburg eine Verpflegungsstelle eingerichtet.

Vor Ort sind ebenfalls Vertreter der Gemeinde (Bürgermeister) sowie vom Landkreis (Landrat) um sich entsprechend zu informieren. Ebenfalls besetzt ist die Führungsstelle im Landratsamt.

Zur Unterstützung der Arbeiten sind mittlerweile auch externe Firmen mit schwerem Gerät vor Ort.

Die Polizei hat die Ermittlung zur Brandursache aufgenommen und hat das Gebiet weiträumig abgesperrt.


Ergänzung 2. Pressemeldung 01.04.2018 23:56 Uhr

Aktuell werden vor Ort die gesamten Einsatzkräfte reduziert. Das Feuer ist unter Kontrolle die Nachlöscharbeiten wurden aufgenommen. Eine Großzahl der Einsatzkräfte wird Sukzessiv aus dem Einsatz herausgelöst.

Einheiten welche noch vor Ort im Einsatz bleiben müssen (Wasserförderung vom Main, Ausleuchtung der gesamten Einsatzstelle, medizinische Absicherung, Einsatzleitung und weiteres) werden von frischen Kräften aus deren Standorte abgelöst bzw. ausgetauscht.

Ebenfalls werden ständig neue Kräfte aus dem gesamten Landkreis, mit neuen/frischen Atemschutzgeräteträgern, nachgeführt. Diese Personen führen dann die sehr kräftezehrenden Nachlöscharbeiten, teilweise unter schwerem Atemschutz, durch. Um die Anzahl der benötigen Atemschutzgeräte vor Ort sicherzustellen, sind mittlerweile mehrere Abrollbehälter Atemschutz, aus verschiedenen Landkreisen, im Einsatz. Auch wurden mittlerweile mehrere Abrollbehälter Sonderlöschmittel, ebenfalls aus verschiedenen Landkreisen, vor Ort zusammengezogen. Die Nachlöscharbeiten werden auf jeden Fall, sich noch die gesamte Nacht, hinziehen.

Weiterhin Stromausfall, auf Grund des Großbrandes, ist in großen Teilen der Stadt Alzenau (ca. 50%) sowie der Gemeinde Kahl (wohl 100%), hiervon könnten bis zu 15.000 Personen betroffen sein. Auch wird sich nach Aussage des Netzbetreibers, bis morgen früh, nichts ändern!

Die Einsatzdauer ist weiterhin unbestimmt und wird sich mit Sicherheit noch länger hinziehen.


Ergänzung 3. Pressemeldung 02.04.2018 12:16 Uhr

Aktuell laufen die Nachlöscharbeiten in den betroffenen Bereichen auf Hochtouren. Es befinden sich aktuell ca. 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungs-/Sanitätsdienst vor Ort. Insgesamt waren bis zum jetzigen Zeitpunkt über 600 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen vor Ort. Der großen Anzahl an Einsatzkräften, zusammen mit dem vorhandenen baulichen Brandschutzmaßnahmen, ist es zu verdanken, dass große Teile der Produktionsgebäude gehalten werden konnten. Dies gestaltete sich zeitweise sehr schwierig und forderte die Frauen und Männer bis auf das Letzte. Insgesamt wurden bei dem Einsatz vier Feuerwehrleute leicht verletzt, alle konnten nach einer Erstbehandlung wieder aus dem Krankenhaus (1) bzw. direkt vor Ort (3) entlassen werden.

 

Die zusätzliche Lage Stromausfall hat sich am Morgen entspannt. Die zuständigen Energieversorger konnten bei Tageslicht die betroffenen Leitungen noch einmal kontrollieren und zur Stromaufschaltung wieder freigeben. Die abgerissenen Leitungen bleiben weiterhin abgeschaltet und wurden geerdet. Hier konnten jedoch Umleitungen geschaltet werden. Somit dürften alle vom Stromausfall betroffenen Haushalte, wieder mit Strom versorgt sein.

Ebenfalls beendet ist der Bereich des Ausleuchtens der gesamten Einsatzstelle. Dies hatten verschiedene THW-Einheiten, in Zusammenarbeit mit weiteren Feuerwehren durchgeführt. Diese Kräfte konnten nach Hause entlassen werden.

 

Mehrere Förderleitungen für Löschwasser, welche durch Feuerwehrkräfte vom Main aus aufgebaut wurden, sind aktuell nicht in Betrieb, können aber jederzeit wieder aktiviert werden.

Im Laufe des Einsatzes, wurden weitere Schadstoffmessungen im direkten Bereich der Einsatzstelle durchgeführt. Hierbei konnten mit dem Messgeräten der Feuerwehr keine Gefahren festgestellt werden.

Die Einsatzleitung der Kreisbrandinspektion Aschaffenburg ist weiterhin mit den beiden UG-ÖEL (Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter) abwechselnd im Einsatz.

 

Alle Einsatzkräfte und Mitarbeiter der am Einsatz beteiligten Fachfirmen werden im Feuerwehrgerätehaus Stockstadt weiterhin durch den Verpflegungszug der Feuerwehr Landkreis Aschaffenburg bestens versorgt. Dort im Gerätehaus wurde unter Anderem die Feldküche aufgebaut welche weiterhin noch warme Mahlzeiten zubereitet. Ebenfalls werden Kaltverpflegung und Getränke ausgeben bzw. weiterhin vorgehalten.

Zur Einsatzdokumentation war die Pressebetreuung des Landkreises Aschaffenburg zusammen mit zwei Pressesprechern vor Ort. Ebenfalls kam für diese Aufgabe die landkreiseigene Drohne zum Einsatz.

Große Unterstützung ist an der Einsatzstelle schweres Gerät einer Fachfirma. Mit diesem werden Dachteile abgetragen, Betonträger entfernt, Maschinen und Brandschutt aus der Halle geräumt, nachdem diese durch Feuerwehrkräfte unter Atemschutz abgelöscht wurden. Im Freien werden dann die Abfälle grob sortiert und mit Containerfahrzeugen auf einen Zwischenlagerplatz transportiert.

 

Die gesamten Maßnahmen werden sich wahrscheinlich noch über den ganzen Tag hinziehen. Die Einsatzdauer ist weiterhin unbestimmt. Der Kräfteansatz wird sich wohl über den ganzen Tag hinweg noch auf diesem Niveau halten.

 

Ergänzung 4. Pressemeldung 02.04.2018 17:21 Uhr

Nachdem heute der Großteil des Brandgutes abgelöscht wurde, konnten im Laufe des Nachmittages immer mehr Kräfte aus dem Einsatz entlassen werden. Die Wasserversorgungen zum Main wurden zurückgebaut und das eingesetzte Schlauchmaterial durch die Feuerwehr Goldbach gesammelt. Die Feuerwehren aus Stockstadt und Goldbach löschten zuletzt noch mit drei Löschfahrzeugen und einer Drehleiter letzte Glutnester ab und erledigten letzte Aufräumarbeiten.

 

Wir bedanken uns als Feuerwehr Stockstadt ganz herzlich bei allen Helfern!

 

Hier noch die Abschlussmeldung Kreisbrandinspektion:

Wie bereits ausführlich berichtet galt es einen Großbrand in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb in Stockstadt am Main seit dem 01.04.2018 ab ca. 16:00 Uhr zu bekämpfen. Wir dürfen Ihnen nun genau 24 Stunden später mitteilen, dass die ersten Gefahrenabwehrmaßnahmen abgeschlossen sind. Die „kalte“ Einsatzstelle wurde heute um 16:00 Uhr, der Polizei übergeben.

 

Insgesamt waren über 650 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THW (3 Standorte), des Rettungs- bzw. Sanitätsdienstes (7 Standorte) sowie weiterer Dienststellen im Einsatz. Die 54 eingesetzten Feuerwehren waren größtenteils aus dem Landkreis Aschaffenburg, der Stadt Aschaffenburg und dem Landkreis Miltenberg. Sonderfahrzeuge wurden aus der Stadt Würzburg, dem Kreis Darmstadt-Dieburg und dem Main-Kinzig-Kreis herbeigeführt. Bei den sehr umfangreichen und gefährlichen Löscharbeiten, wurden insgesamt vier Feuerwehrkräfte leicht verletzt.

 

Dass ein solcher Einsatz für alle Beteiligte eine massive Materialschlacht bedeutet erklärt sich von selbst. Nun gilt es die Einsatzbereitschaft bei den Feuerwehren wiederherzustellen. Tausende Meter Schlauch müssen gewaschen, hunderte Atemschutzgeräte wieder einsatzbereit gemacht werden. Tausende Liter Schaummittel müssen kurzfristig ersetzt und wieder eingelagert und hunderte Garnituren an Schutzkleidung gereinigt werden. Somit sind die Freiwilligen Feuerwehrleute die nächsten Tage noch ausgiebig mit diesen Arbeiten beschäftigt.

 

 

Eingesetzte Fahrzeuge:ELW MTW DLK HLF 1 HLF 2 RW GW-N V-PKW GW-MESS
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